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KLEINE
NÄHRSTOFFKUNDE


Herausgeber: HiLife (Extension) e.V. 61420 Oberursel

Was können Antioxidantien?
Was sind "Freie Radikale"?
Sind AO Arzneimittel?
Gespaltene Schulmedizin
Haben AO Nebenwirkungen?
Medikamente kontra Naturprodukte
Zugelassen?


Was können Antioxidantien?
Wir stellen heute eine bedenkliche Zunahme an chronischen Krankheiten fest. So leidet beispielsweise jeder zweite Mitteleuropäer mittlerweile an einer Allergie. Wenn man den Prognosen glauben darf, werden in zwanzig Jahren vier von fünf Menschen Allergiker sein. Aber auch andere Zivilisationserkrankungen wie Rheumatismus (Arthritis) und Arteriosklerose nehmen seit mehreren Jahrzehnten dramatisch zu. Bemerkenswerterweise scheinen die Erkrankungen der Pflanzen ebenfalls zuzunehmen. Man vermutet, dass den Ackerböden inzwischen sehr viel mehr Substanzen fehlen als mit den gegenwärtigen Analysemethoden nachgewiesen werden können. Dadurch fehlen diese Stoffe zwangsläufig auch dem Menschen, der sich von den Früchten des Bodens ernährt. So lässt sich beispielsweise nachweisen, dass die meisten deutschen Ackerböden viel zu wenig Selen enthalten.
Selen ist ein Spurenelement, das im Zusammenwirken mit Vitaminen die Immunabwehr stärkt und den Organismus vor schädlichen Strahlen und Schwermetallen wie Kadmium, Blei und Quecksilber schützt.
Sehr wahrscheinlich ist dies aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn hierbei tritt ein grundsätzliches Problem zutage - nämlich die Frage, was die Böden enthalten sollten, damit die Feldfrüchte genügend Inhaltsstoffe für den Menschen aufnehmen können. Aber dieser Frage wollen (und können) wir hier nicht nachgehen.
Fest steht allerdings, dass der organische Stoffwechselmechanismus sehr komplex ist. Einfacher gesagt: Für jeden Stoffwechselvorgang sind ganz bestimmte Substanzen erforderlich. Auch für jede Abwehrreaktion auf natürliche Umweltgifte ist eine ganz bestimmte Gegen-Substanz nötig. Während viele Tiere diesbezüglich einen gewissen Spielraum haben, sieht die Situation beim Menschen anders aus. Klassisches Beispiel ist das Vitamin C, das die meisten Tiere (aus Glukose) selbst nach Bedarf herstellen können, während dem Menschen diese Fähigkeit im Laufe der Evolution verloren gegangen ist.
Eine gestresste Ratte produziert selbst bis zu 20 g Vitamin C/täglich. Rechnet man diesen Wert auf einen 70 kg schweren Menschen um, dann bräuchte dieser theoretisch etwa 1 kg (1.000.000 mg). Natürlich kann man den Bedarf einer Ratte nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen, aber es zeigt deutlich, in welchen Mengen die Natur diese Substanz einsetzt.
Was soll man vor diesem Hintergrund noch davon halten, wenn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) winzige 75 mg pro Tag empfiehlt und exotische Studien die Schädlichkeit von höherer Vitamin-C-Zufuhr auf das Erbgut "nachgewiesen" haben wollen? Folglich müssten alle Tiere schon längst als dreiköpfige Mutanten herumlaufen und Pflanzen wie Tiere, die mehr Vitamin C als die DGE-Empfehlung umsetzen, begehen demnach genetisches Harakiri....

Was sind "Freie Radikale"?

Der moderne Mensch hat über Jahrhunderte hinweg seinen Input (Nahrung) in geradezu fahrlässiger Weise vernachlässigt, seinen Output (Leistung) hingegen ständig erhöht. Diese einseitige Rechnung ging nicht auf. Sie konnte gar nicht aufgehen. Die Folgen dieses Raubbaus wurden sehr lange Zeit übersehen - was auch nicht verwundert: Denn wenn man kaum etwas über die Qualitäten seines Inputs weiß, kann man auch kaum den Zusammenhang zu den Spätfolgen erkennen. Zumal diese Folgen erst spät, manchmal sehr spät auftreten. Bei vielen Krankheiten liegen Jahre, sogar Jahrzehnte zwischen Ursache(n) und Folge(n), so dass zuverlässige Rückschlüsse kaum noch möglich sind.
Viel zu lange definierte der Mensch seine Nahrung hauptsächlich über Proteine, Fette und Kohlenhydrate, wobei sich die Aufmersamkeit vor allem auf die Kalorien richtete. Vitamine und Spurenelemente kamen zwar auch hin und wieder ins Gespräch, aber es blieb sehr lange unklar, welche Funktion(en) sie haben. Erst in den letzten Jahren entdeckten Wissenschaftler dank verbesserter chemischer Analysemethoden, woraus Nahrung wirklich besteht. Inzwischen wird eine Substanz nach der anderen wissenschaftlich "entdeckt" und erklärt.
Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind die groben "Backsteine", aus denen das Grundgerüst eines Organismus besteht. Die Lebensmittelinhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien, Bioflavone, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und so weiter bilden dabei gewissermaßen den Zement. Die Qualität einer Mauer hängt vom Zement ab ...
Stoffwechselvorgänge sind im Prinzip nichts anderes als chemische Reaktionen. Die Natur geht dabei zwei Wege, auf die wir hier nur am Rande eingehen wollen: Im ersten Fall verbinden sich zwei Reaktionspartner aufgrund ihrer gegensätzlichen Ladung, also zum Beispiel ein positiv geladenes Natrium(ion) mit einem negativ geladenen Chlor(ion). Diese Reaktion verläuft moderat. Im anderen Fall haben wir es mit Reaktionspartnern gleicher Ladung zu tun. Diese Reaktionen verlaufen wesentlich heftiger, wie zum Beispiel bei Verbindungen zwischen Chlor-Atomen. Im letzteren Fall haben wir es mit Freien Radikalen zu tun. Freie Radikale reagieren, wie der Name bereits vermuten lässt, recht ruppig. Die Bindungswut von Freien Radikalen ist so groß, dass sie buchstäblich mit allem, was sich ihnen nähert, eine chemische Reaktion eingehen. Diese Wahllosigkeit kann schwerwiegende Folgen haben.
Beispiel: Nehmen wir an, ein Chlor-Radikal befindet sich in einer Körperzelle. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es mit einer empfindlichen organischen Struktur wie zum Beispiel einem Protein eine Verbindung eingeht. Dieses Protein wird dadurch verändert und "denaturiert"; es ist nicht mehr verwertbar und schwimmt als "Sondermüll" in der Zelle herum. Gleichzeitig wird dieses Protein selbst zum Freien Radikal und attackiert seinerseits andere organische Strukturen. Es entsteht eine Kettenreaktion mit fatalen Folgen. Antioxidantien haben nun die Aufgabe, diese ständig stattfindenden "bösartigen" Reaktionen zu kanalisieren oder zu stoppen. So "opfert" beispielsweise ein Vitamin sein Elektron an das Chlor, ohne dabei selbst zum Freien Radikal zu werden. Es hat das Chlor entschärft, ist dadurch jedoch selbst unbrauchbar geworden.
Wir wissen heute, dass der Mensch eine gewisse Anzahl von bioaktiven Stoffen benötigt, um diese krank machenden Freien Radikale beseitigen zu können. Allerdings weiß man noch immer nicht genau, wie viele Substanzen dies exakt sind und in welcher Dosierung sie gebraucht werden.
So hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 75 Milligramm Vitamin C täglich für absolut ausreichend. Der amerikanische Wissenschaftler und Nobelpreisträger Linus Pauling (1901-1994), der immerhin ein gesegnetes Alter von 93 Jahren erreichte, empfahl hingegen mindestens 6 bis 18 Gramm Vitamin C täglich - also die 200fache (!) Dosis. Die Angaben der Vitaminforschung liegen zwischen 500 mg und 3 g (und mehr).
Ähnlich verhält es sich für viele andere Stoffe.

Sind Antioxidantien Arzneimittel?

Viele Menschen fragen sich: Was ist dran an hoch (besser: ausreichend) dosierten Vitaminen? Sind sie tatsächlich eine Wunderwaffe gegen Krankheiten wie Gefäßverkalkung oder gar Krebs? Oder nützen Megadosen, wie der Fachmann sehr hohe Dosierungen bezeichnet, nur denen, die sie herstellen? Tatsache ist, dass seit einigen Jahren die Kenntnisse um diese Mikronährstoffe, deren Funktion und ihr therapeutisches Potenzial explosionsartig zunehmen. Es besteht kein Zweifel mehr, dass Vitamine in höherer Dosierung anders wirken können, als wenn man nur den Tagesbedarf deckt. Beispielsweise gibt es deutliche Hinweise, dass Megadosen an Vitamin C das Immunsystem erheblich anspornen. Mikronährstoffe sind daher zu einer echten Konkurrenz und Alternative für herkömmliche Medikamente geworden. Bei den klassischen Medikamenten, die in der Regel nur symptomüberdeckend wirken, handelt es sich um mehr oder weniger künstliche Substanzen, die es in dieser Form in der Natur nicht gibt. Oft ahmen sie eine körpereigene Substanz nach. Dadurch helfen sie oft in relativ kurzer Zeit (zum Beispiel Beta-Blocker), ändern jedoch nichts an der Erkrankung (beispielsweise Bluthochdruck durch Arteriosklerose) als solcher. Natürliche Mittel setzen am Ursprung eines krankhaften Geschehens an, wirken also nicht symptomüberdeckend.
Beispiel: Mikronährstoffe können nur bedingt den Blutdruck senken. Sie setzen vielmehr bei den Vorgängen der Arteriosklerose an, das heißt, sie verhindern diese und/oder sie sind sogar in der Lage, sie rückgängig zu machen. Durch Beseitigung der Ursache des Bluthochdrucks wird die Erkrankung gelindert, im Idealfall sogar völlig beseitigt.
Einfacher gesagt: Die klassische Medizin lindert die Symptome, ändert jedoch nichts an der Krankheit an sich. Mikronährstoffe wirken indes am Ursprung und tragen dazu bei, die Ursachen einer Krankheit zu beseitigen.

NAHRUNG UND HEILMITTEL
Mikronährstoffe, also auch die Antioxidantien, sind Nahrungsbestandteile wie Kohlenhydrate und Fette auch. Da sie jedoch auch gleichzeitig heilend wirken, fallen sie unter das Arzneimittelgesetz. Dies besagt - vereinfacht - dass alles, was heilt, eine Arznei ist. Nach dieser Definition heilt jedoch u. U. sogar eine Tasse Kaffee. Also legte der Gesetzgeber fest, dass gängige Lebensmittel nicht unter das diese Definition fallen. Mit den Mikronährstoffen entstand ein juristisches Dilemma, denn diese sind Lebensmittel und Heilmittel.
Da die Diskussion darüber, ob man hoch (ausreichend) dosierte Antioxidantien als Medikament oder als Lebensmittel definiert, mit milliardenschweren wirtschaftlichen Interessen einhergeht, wurden die Gespräche darüber längst zum Politikum.


Allerdings brauchen sie dafür teilweise sehr viel Zeit, manchmal Jahre. Obwohl die allgemeinen Kenntnisse über natürliche Substanzen sehr alt sind, fehlt teilweise nach wie vor ein wissenschaftlich gesichertes Fundament. Vor allem im therapeutischen Bereich benötigt man aber fundiertes Wissen über Wirkung und Dosis. Zwar sind die Erkenntnisse hierüber noch ziemlich in ihren Anfängen. Dennoch haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen die heilbringende Wirkung von Vitaminen und Spurenelementen grundsätzlich bestätigt. Es besteht kein Zweifel über die bestechenden Vorzüge von Antioxidantien. Während sie in ihrer erwünschten Wirkung den klassischen Medikamenten ähneln können, sind unerwünschte Nebenwirkungen bei Pflanzeninhaltsstoffen und Mikronährstoffen kaum zu erwarten. Mit ihnen lässt sich nicht nur einfachen Infektionen, sondern auch verschiedenen Zivilisationskrankheiten hervorragend vorbeugen. Viele dieser Störungen können sogar mit Mikronährstoffen geheilt werden, weil therapeutisch an der Basis angesetzt wird.

Gespaltene Schulmedizin

Weite Teile der Schulmedizin vertreten die Auffassung, dass eine Ergänzung der Nahrung mit Antioxidantien-Präparaten (u.a. Vitamine, Mineralien) nur in Ausnahmefällen erforderlich sei. Eine ausgewogene Ernährung enthalte ausreichend Inhaltsstoffe für den täglichen Bedarf. Hoch bzw, ausreichend dosierte Antioxidantien seien sogar bedenklich. Vor allem aber seien hoch dosierte Mikronährstoffe pharmakologisch wirksam und gehörten somit in die Hand des Arztes.
Neuerdings gibt es aber auch immer mehr Schulmediziner, die sich auf moderne Erkenntnisse stützen und daraus die Notwendigkeit einer massiven Ergänzung ableiten. Die so genannte ausgewogene Ernährung entpuppe sich, so ihr Argument, bei genauerem Hinsehen als bloßes Wunschdenken. Eine ausreichende Versorgung des modernen Menschen sei unmöglich, chronische Mangelerscheinungen und damit verbundene Krankheiten seien logische Folgen.
So uneinig sich beide Parteien auch sein mögen - beide sehen in den Antioxidantien eine Möglichkeit, bestimmte Erkrankungen anzugehen. Die einen wollen dieses Instrument jedoch ausschließlich in die Hand des approbierten Arztes legen. Damit werden hoch resp. ausreichend dosierte Antioxidantien zu Medikamenten erklärt - mit allen Konsequenzen, die dies zwangsläufig nach sich zieht.
Die anderen sehen - vereinfacht ausgedrückt - nicht ein, warum ein Mangelzustand weiterhin die Praxen und Kliniken füllen soll. Der Wunsch der Betroffenen, sich erst mal selbst zu helfen, ist weit verbreitet und gut nachvollziehbar. Allerdings besteht dabei immer die Gefahr, ernste Krankheiten zu verschleppen.
Hinweis: Holen Sie stets erst die Diagnose eines kompetenten Arztes ein, ehe Sie eine Erkrankung mit Mikronährstoffen zu kurieren versuchen!
Über die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln (Antioxidantien) besteht kaum noch Zweifel, denn die Erfolge sind teilweise schier unglaublich. Strittig wird es hingegen in einzelnen Punkten, zum Beispiel bei der Frage: Was wirkt wann bei wem in welcher Dosierung? Die orthomolekulare Wissenschaft ist eine vergleichsweise sehr junge Disziplin, und man befindet sich wahrscheinlich erst ganz am Anfang eines langen, schwierigen Weges. Erstmalig scheint der Mensch ein Werkzeug zur Verfügung zu haben, mit dem er bestimmte Krankheiten tatsächlich vollständig heilen kann. Allerdings muss er den Umgang damit erst noch lernen. Für die Betroffenen kann es daher frustrierend sein, dass es keine einfachen Antworten gibt.
Aus allen vorliegenden Erfahrungen kann man nur eine Schlussfolgerung ziehen: Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gibt es immer einen Wirkstoff (oder eine Kombination), die auch gegen eine bestimmte Erkrankung hilft oder ihr vorbeugt. Welcher Wirkstoff das ist, in welcher Dosierung und/oder Kombination er greift - das ist leider nicht immer ganz leicht zu sagen. Das vom Verein herausgegebene Buch "Vitamine helfen heilen" fasst jene Mittel oder Kombinationen zusammen, die sich - laut wissenschaftlicher Erkenntnis - als möglicherweise wirksam erwiesen haben. Die in Frage kommenden Substanzen können damit systematisch eingekreist werden.
Hinweis: Die PROTOKOLLE sind inzwischen als Buch erschienen: "Vitamine helfen heilen", van Lunteren/Ehmann, LebensBaum Verlag, 328 Seiten. In der Buchhandlung erhältlich
oder bei uns.

Haben Antioxidantien Nebenwirkungen?

Vor allem von den Gegnern der Mikronährstoffe - meist Vertretern der Pharmaindustrie - wird gern der Begriff "Nebenwirkung" angeführt. Hier wird an die unterschwelligen Ängste der Konsumenten hinsichtlich der Langzeitfolgen appelliert. Tatsache ist jedoch, dass bisher keine schädlichen Langzeitfolgen bei den Mikronährstoffen bekannt sind. Die Langzeitfolgen bei vielen Medikamenten, von Schmerzstillern, Schlaftabletten, Anti-Baby-Pillen, Blutdrucksenkern usw. sind zumindest den Insidern hingegen bestens bekannt - sie reichen von einfachen Magenschmerzen über Kopfweh bis hin zu Leberzellnekrosen und Krebs. Darüber wird jedoch in der Öffentlichkeit hartnäckig geschwiegen.
Der Begriff Nebenwirkung stammt eigentlich aus dem Umgang mit synthetischen Substanzen (Medikamente). Jede Substanz hat neben seiner erwünschten Wirkung praktisch immer auch noch weitere unerwünschte Wirkungen - das ist allen Fachleuten (und den meisten Laien) klar. Der Arzt muss in jedem einzelnen Fall eine Art Schaden-Nutzen-Rechnung vornehmen. Die Vorsicht bei synthetischen Stoffen ist durchaus berechtigt, handelt es sich hier doch um künstliche Produkte, die es in dieser Form im Bauplan der Natur nicht gegeben hat. Es grenzt daher an bewusste Irreführung, wenn man den Begriff Nebenwirkung aus der Pharmazie mutatis mutandis auf natürliche Substanzen und/oder Vorgänge überträgt.
Natürlich hat auch in der Natur jede Substanz noch andere Wirkungen als die möglicherweise beabsichtigte(n): So kann der Genuss von einem Glas Wasser den Durst stillen, Unmengen davon können töten: Sind das etwa "Nebenwirkungen"?

Medikamente kontra Naturprodukte

Während bei Medikamenten fast immer schädliche Nebenwirkungen innerhalb der empfohlenen Dosierung hingenommen werden müssen, kann man bei natürlichen Substanzen davon ausgehen, dass Nebenwirkungen erst (weit) außerhalb der empfohlenen Dosierung auftreten - wenn überhaupt. Ausnahmen gibt es selbstverständlich auch hier, aber es sind eben seltene Ausnahmen und nicht die Regel.
Wir können festhalten: Mikronährstoffe halten jedem (!) Vergleich mit den Produkten der Pharmaindustrie stand. Das ist an sich nicht weiter erstaunlich, denn es sind keine künstlichen Produkte aus Menschenhand, sondern sie sind in einem Millionen Jahre währenden Evolutionsprozess entstanden und haben gewissermaßen eine lange Probezeit hinter sich.
Tatsache ist, dass bei den meisten Mikronährstoffen eine Überdosierung zwar möglich ist, aber relativ selten vorkommt. Vor allem europäische Anbieter halten sich bei den Dosierungsangaben für ihre Produkte aus rechtlichen Gründen teilweise bedeckt. Amerikanische Produkte haben hier mehr Spielraum. In der Regel gibt die entsprechende Quellen-Literatur zuverlässig Auskunft (sofern damit nicht nur ein ganz bestimmtes Produkt vermarktet werden soll).
Fasst man den gegenwärtigen Erkenntnisstand in Sachen Mikronährstoffe zusammen, so kann man als erwiesen ansehen, dass die jahrzehntelang "heiligen" Dosierungsempfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) kaum ein realistisches Fundament hatten. Die DGE-Angaben werden seit dem Zweiten Weltkrieg gewissermaßen als Dogma gehandelt. Vor kurzem (1997) entschied sich allerdings die "Hohensteiner Kommission" dafür, die DGE-Dosierungsempfehlungen zu verdoppeln. Damit wurde immerhin ein Irrtum mehr oder weniger stillschweigend eingeräumt - wenn auch bis dato nicht entsprechend reagiert wurde. Schon längst wird umgekehrt ein Schuh daraus: Es sind die Empfehlungen der DGE, die kaum ein nachvollziehbares wissenschaftliches Fundament aufweisen ...

Zugelassen?

Vereinfacht: Möchte man den Blutdruck eines Menschen senken, so kann man dies mit der natürlichen Substanz Magnesium versuchen. Es ist ein Mineral, das auch der Körper verwendet, um den Blutdruck zu regulieren.
Die Gewinnspannen eines Herstellers für Magnesiumpräparate halten sich in Grenzen, weil jeder in Konkurrenz gehen kann. Das reguliert den Preis. Bastelt man hingegen eine neue Substanz, die ähnlich wirkt, dann kann man darauf ein Patent beantragen. Jetzt der hat Hersteller einen Wirkstoff (Calciumantagonist), der ihm "gehört". Da diese Substanz nicht mehr dem freien Wettbewerb unterliegt, kann man jeden Preis verlangen. Weil es sich um eine neue Substanz handelt, verlangt der Gesetzgeber zu Recht einen Nachweis über die Wirkung, Giftigkeit usw. Diese Beweisführung bezeichnet man als Zulassung, sie kostet zig Millionen. Natürlich lohnt sich das nur, wenn man das Produkt anschließend zu einem saftigen Preis alleine (!) verkaufen kann. Und das geht nur, wenn man ein Patent darauf hat.
Die körpereigene Substanz Magnesium, seit Jahrmillionen bewährt, ist nicht patentierbar, und kein Hersteller wird in eine Zulassung für Magnesium investieren.
Die Folgen: Magnesium - die 1. Wahl der Natur - ist preiswert, belastet keinen natürlichen Kreislauf, ist in der notwendigen Dosierung nebenwirkungsfrei, verursacht bei Überdosierung schlimmstenfalls Durchfall - gerät in Vergessenheit. Der künstliche Vetter, das Pseudo-Magnesium (offiziell Calciumantagonist) ist ein Fremdkörper in Natur und Organismus und belastet beide, ist teuer, die Nebenwirkungen füllen einen Beipackzettel, er kann bei Überdosierung tödlich wirken - und wird heftig beworben.
Merke: Der Begriff Zulassung bezieht sich auf eine bestimmte Heilaussage eines bestimmten Produkts (XY wirkt blutdrucksenkend). Es sagt absolut nichts über Qualität, Sinn und Schädlichkeit eines Medikaments aus. Laut einer Untersuchung der AOK bestehen viele (die meisten?) der zugelassenen Medikamente vor allem aus schädlichen Nebenwirkungen; die therapeutische Wirkung ist hingegen sehr oft überhaupt nicht belegt ...
Es grenzt an gezielte Irreführung, wenn man natürliche Substanzen mit chemischen Basteleien der Pharmaindustrie vergleicht. Man könnte genauso gut von einem Pferd die gleichen Zulassungskriterien verlangen, wie bei einem KFZ üblich.




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